|
Für den Anfang erst einmal ein paar Tipps für Ihre Werkzeuge:
Hammerstiel wechseln
Die Pflege eines Hammers beschränkt sich im Allgemeinen darauf, den Hammerkopf hin und wieder abzuschleifen. Das hält die
Schlagfläche sauber und gerade und verhindert, dass sie vom Nagelkopf abrutscht.
Sollten Sie mal einen Hammerstiel zu wechseln haben,
schlitzen Sie den neuen (gekauft oder selbstgemacht) am oberen Ende über 2/3 der Tiefe des Hammerauges ein. Schlagen Sie den Hammerkopf fest, indem Sie die Stielunterseite auf einen festen Untergrund klopfen.
Dann brauchen Sie die beiden Schlitze nur noch von
oben zu verkeilen. Falls der Stiel oder die Keile nicht bündig abschließen, schleifen Sie sie einfach ab.
Schraubendreher reparieren
Schraubendreher mit runden oder gebrochenen Schneiden sind für ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr verwendbar. Auch hier können Sie
die Schneide mit einem geraden oder Hohlschliff wieder auf Vordermann bringen.
Es gelten die gleichen Regeln wie beim Schleifen der
Hobel- bzw. Stemmeisen. Nur sollten Sie die Schneide erst nach dem Schliff rechtwinklig abrichten.
Kreuzschlitzschraubendreher können Sie selbst nicht nachschleifen. Auch die Konsultation eines Fachmanns hilft hier wenig: sie wäre
um ein Vielfaches teurer als ein neuer Schraubendreher.
Bohrer schärfen
Auch für Bohrer gilt, dass nicht alle Materialien nachgeschliffen werden können. HSS-, Hartmetall- oder gar Titanausführungen
bieten dafür aber erheblich längere Standzeiten. Bohrer aus einfachem Werkzeugstahl sind dagegen mit einer sogenannten Nadelfeile recht gut zu schärfen.
Schleifen Sie bei Dübelbohrern immer nur die
spanabhebende, aber nie die Außenseite von Hand. Spiralbohrer können auch an der Schleifmaschine mit waagerechter Auflage geschärft werden. Schleifen Sie beide Seiten gleichmäßig, damit die Spitze nicht aus der Mitte gerät.
Sägen schärfen
Sobald eine Säge ständig verläuft oder es schwer
wird, mit ihr zu arbeiten, ist es Zeit, sie nachzuschärfen. Wenn Sie eine Handsäge mit gehärtetem Blatt besitzen, müssen Sie diese Arbeit einem Fachmann überlassen - von Hand ist das nicht möglich. Der Anteil der gehärteten Sägen hat in den letzten Jahren stark zugenommen und liegt mittlerweile bei ungefähr 90%.
Aber vielleicht besitzen Sie noch ein älteres Modell
oder nennen eine Gestellsäge Ihr eigen. Bei diesen Sägen liegt der Prozentsatz der ungehärteten Sägeblätter noch etwas höher, so dass sie auf die hier beschriebene Art nachgeschärft werden können.
Dazu brauchen Sie drei Dinge: Eine Abrichthilfe mit Feile, eine Schränkzange und eine Dreieckfeile. Für die Abrichthilfe müssen Sie
einen Hartholzklotz in der Mitte konisch nuten und dann die Feile mit einem Keil darin festklemmen. Zum Abrichten und den nachfolgenden Arbeiten sollten Sie das
Sägeblatt fest einspannen. Dazu gibt es sogenannte Feilkluppen, aber ein Schraubstock mit einer beidseitigen Hartholzzulage tut es auch.
Legen sie den Klotz an das Blatt und fahren Sie 1-2 mal leicht über alle Zähne. Das genügt, um sie für das Schärfen vorzubereiten.
Mit der Schränkzange werden nun die Zähne gleichmäßig seicht nach außen gebogen. Die Schränkung macht die Schnittfuge breiter als das Sägeblatt. Dadurch klemmt die Säge nicht und die Späne können leichter abtransportiert werden.
Vorher müssen Sie mit der Stellschraube das Schrankmaß gemäß der Zahnanzahl pro 25 mm (PPI: points per inch; 25 mm sind
etwa 1;) einstellen. Beginnen Sie an einem Ende der Säge und schränken Sie jeden Zahn, der von Ihnen wegweist. Dann drehen Sie die Säge und wiederholen das Ganze.
Für das Schärfen spannen Sie das Blatt bis zum
Zahngrund ein und verfahren in gleicher Reihenfolge wie zuvor. Auch hier ist die Wahl der Feile vom PPI abhängig: Je weniger Zähne auf 25 mm Blattlänge kommen, desto länger (und gröber) sollte die Feile sein. Bei gleichmäßig gefeilten Zähnen verschwindet der beim Abrichten entstehende glänzende Punkt.
Schleifen
Überprüfen Sie vor dem eigentlichen Schleifgang, ob die Schneide noch im rechten Winkel ist. Gegebenenfalls müssen Sie sie auf der
Schleifmaschine mit waagerecht eingestellter Werkzeugauflage abrichten. In jedem Fall sollten Sie dies tun, falls die Fase Scharten aufweist.
Während des Schleifens müssen Sie das Eisen kontinuierlich hin- und her bewegen und vor allem regelmäßig kühlen. Ansonsten
kann der Stahl regelrecht verbrennen und die Fase ihre Zähigkeit verlieren. Üben Sie nicht zu viel Druck auf das Eisen aus; Schleifen ist vielmehr eine Sache des Fingerspitzengefühls.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten, eine neue Fase
anzuschleifen: Den Hohlschliff (Hohlballen) und den geraden Schliff (gerader Ballen). Welche Art Sie wählen, hängt von Ihren Anforderungen an das Eisen ab. Der Hohlballen ist im Allgemeinen schärfer und einfacher anzuschleifen, der gerade Ballen ist hingegen robuster und bürgt für eine längere Standzeit. Idealer Schleifwinkel ist für beide etwa 25°.
Sollte für die Ausführung des geraden Schliffs die
Werkzeugauflage zu kurz sein, erkundigen Sie sich bei einem Fachhändler nach einer Auflageverlängerung oder behelfen Sie sich mit einer Hartholzleiste. Ein Tipp für einen gleichmäßigen Schliff: Zeichnen Sie auf die Auflage einige Linien im richtigen Winkel; so können Sie dessen Einhaltung immer kontrollieren.
Schleifmaschinen
Doppelschleifmaschinen gibt es in vielfältigen
Formen. Sie reichen vom einfachen Doppelschleifer über Schleif-/Bandschleifkombinationen bis zu Schleif-/Schärfkombinationen.
Zum Schleifen von Werkzeug am besten geeignet sind
letztere Geräte. Bei ihnen läuft die zweite Scheibe mit deutlich geringerer Drehzahl (100-200 U/min) und wird zusätzlich durch ein Wasserbad geführt. So werden Scheibe und Schneide kontinuierlich gekühlt. Wer viel mit HSS- oder WS-Schneiden arbeitet, sollte die serienmäßigen Normalkorundscheiben gegen härtere weiße Edelkorundscheiben tauschen. Für fast alle Geräte sind verschiedene Einspannvorrichtungen erhältlich, die ein sicheres und gleichmäßiges Arbeiten ermöglichen. Wer hingegen aus der freien Hand schleifen möchte, braucht dazu viel Übung.
Die Schleifmaschine sollte einen festen Platz in
Ihrer Werkstatt haben. Das kann ein Tisch genauso wie eine selbstgebaute Säule sein. Befestigen Sie die Maschine immer mit Schlüsselschrauben am Unterbau. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen sauberen Schliff ist die richtige und ergonomische Einstellung der Maschine. Optimal ist es, wenn sich Werkzeugauflage und Ellbogen auf gleicher Höhe befinden. Ferner sollte die Auflage maximal 3 mm von der Scheibe entfernt und im richtigen Winkel (25° beim Hohlschliff und waagerecht beim Abrichten) arretiert werden. Plazieren Sie einen kleinen Behälter mit kaltem Wasser in gut erreichbarer Nähe, um das Eisen regelmäßig in kurzen Abständen eintauchen zu können. Weiterhin ist es trotz des bei allen Geräten obligatorischen Funkenschutzes nie falsch, während des Schleifens eine Schutzbrille zu tragen.
(Ich versuche diese Tipps und Tricks in gleichen Abständen zu aktualisieren.)
|